Vortrag Dr. Jörg Esser, Partner Roland Berger: „Blockchain und Co. – na und?“

Der promovierte Physiker Jörg Esser ist zum einen als Fellow weiterhin in der Forschung tätig, u.a. am Los Alamos National Laboratory. Er lebt zur Hälfte in den USA. Zum anderen arbeitet er als Partner bei Roland Berger und berät u.a. Fluggesellschaften und Hotelketten dabei, wie sie neueste wissenschaftliche Ansätze – Blockchain, Artificial Intelligence (AI), Internet der Dinge (IoT) in ihre Unternehmen bringen können (Think:Act Hub – Bringing Science to Business). Mit einfachen Worten ausgedrückt: „Was soll das, wie kann man das nutzen?“

Bei der „Blockchain“ handelt es sich definitiv um ein Hype-Thema, das eng verbunden ist mit der Kryptowährung Bitcoin.

Worum geht es im einzelnen?
Im Gegensatz zum klassischen Internet, das Informationen transportiert, die beliebig vervielfältigt und verändert werden können, gewährleistet die Blockchain (- Technologie) die Einmaligkeit der Übermittlung. Man sagt, dass anstellen von „Informationen“ jetzt „Werte“ übermittelt werden. Dies wird durch drei Dinge sichergestellt: Die lückenlose Dokumentation aller Übertragungen innerhalb des Übertragungsprotokolls, die Verschlüsselung der Dateninhalte und die parallele Speicherung auf unzähligen Rechnern. Daten sind dadurch vor Verfälschung oder unkontrollierter Vervielfältigung geschützt. Das Besondere gegenüber klassischen Ansätzen liegt darin, dass diese Datensicherheit, sobald die Blockchain erst einmal aufgesetzt ist, ohne eine zentrale Autorität (Menschen!) auskommt, die diese Prozesse steuert (und ggf. beeinflussen bzw. manipulieren könnte). „Blockchains transfer values and scale trust.“

Inzwischen gibt es zahlreiche privatwirtschaftliche Nutzungen der Blockchain Technologie, z.B. zur Überwachung von Lieferketten bei der Ersatzteilbeschaffung in der Luftfahrt (Schutz vor Fake Teilen), für die Überwachung der Herkunft bei Fair Trade Produkten, zur Verwaltung von Bonusprogrammen (Bonuspunkte = Kryptowährung), im Datenschutz (Verwaltung von Profilen – Wann darf ich angeschrieben werden?), oder bei Bewertungsportalen („Reputation Management“). Firmen wie Airbnb streben an, ihr Plattformgeschäft vollständig zu automatisieren. Aber es gibt auch altruistische Ansätze, z.B. zur Durchführung von Abstimmungen in demokratischen Prozessen.
Dabei werden bereits neue Trends postuliert, z.B. #Hashtags als eine andere Form der Validierung von Nachrichten, während elementare Fragen immer noch nicht gelöst sind (Klassiker: „Warum gibt es noch keinen Toaster, in dem Toast nicht anbrennt?).
Im Anschluss an den sehr detailreichen Vortrag entspann sich eine kurze Diskussion, in der u.an. die Kostenseite der Blockchain angesprochen wurde. Es zahlt der Auftraggeber (aber die Kosten „verdünnen“ sich bei der verteilten Datenspeicherung).