Vortrag Frau Tanja Vogel: „Zukunft der Entwicklungspolitik“

Die Referentin des Clubabends, Frau Tanja Vogel, Leiterin der Stabsstelle Kommunikation des Deutschen Instituts für Entwicklungspolitik (DIE), stellte  uns am gestrigen Abend ihr Institut vor.
Das Forschungsinstitut wurde 1964 auf Initiative der Alliierten in Berlin gegründet. Es ist dem Bundesministerium für wirtschaftlichen Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) angegliedert und ist inzwischen in Bonn ansässig.
80 wissenschaftliche und 40-50 Servicekräfte arbeiten in dem Institut, dem ein Jahresbudget von 6 Mio. Euro zzgl. Drittmitteln zur Verfügung steht. Eine wesentliche Aufgabe ist die Ausbildung von Nachwuchskräften aus Schwellen- und Entwicklungsländern; die Tätigkeiten finden überwiegend als Feldforschung statt.
Bei seinen Forschungsthemen ist das Institut breit aufgestellt: Demokratisierungsprozesse, Fluchtursachen und ihre Bekämpfung, Klimawandel, Energiewende, Mobilitätskonzepte. Dabei wird auch anderen Ministerien zugearbeitet oder mit deren Instituten kooperiert.
Aufgrund der Zersplitterung in einzelne Projekte wurde deutsche Entwicklungshilfe in der Vergangenheit vor Ort unterdurchschnittlich wahrgenommen. Durch Bündelung der Projekte, z.B. auch durch die Einrichtung sog. Deutscher Häuser vor Ort, will man dem zukünftig entgegenwirken.
Entwicklungshilfe insgesamt findet inzwischen auf der Basis der von der UN in 2015 verabschiedeten „Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung“ statt. Insofern erwartet Frau Vogel auch wenig Richtungsänderungen in der Arbeit des Ministeriums durch das politische Couleur des zukünftigen Bundesministers.
An den Vortrag schloss sich eine lebhafte Diskussion an, in der Frau Vogel vor allem auf die Notwendigkeit größerer Kohärenz in der Entwicklungspolitik einging, um den Defiziten aus der Vielzahl der Geber, sowie um den gegenseitigen Blockaden und Konkurrenzsituationen entgegenzuwirken.